In offenen Arbeitsbereichen (Großraumbüros) zählt Blendung zu den häufigsten Quellen visuellen Unbehagens am Arbeitsplatz. Während die Norm NF EN 12464-1 zur Beleuchtung von Arbeitsstätten in Innenräumen häufig für Kunstlichtquellen herangezogen wird, wird sie bei Blendung durch natürliches Licht aus Verglasungen seltener angewandt. Dabei kann diese Blendung Leuchtdichten weit über denen von LED-Einbauleuchten erreichen und erheblich zur Augenermüdung und zum Rückgang der Produktivität beitragen.
Referenzindikatoren für Blendung
UGR (Unified Glare Rating)
Der UGR ist der standardisierte Indikator für Störblendung (Glare), definiert von der CIE (Commission Internationale de l'Éclairage) und in der Norm NF EN 12464-1 verankert. Er errechnet sich aus der Leuchtdichte der blendenden Quelle, der Hintergrundleuchtdichte des Raums und der Winkelposition des Betrachters zur Quelle.
Für Bildschirmarbeitsplätze legt die Norm NF EN 12464-1 einen UGR-Grenzwert von 19 in Büroräumen fest. Darüber gilt das Risiko einer Sehbeeinträchtigung als erheblich.
Bei Sonnenlichtblendung durch Verglasungen ist der UGR nicht immer das geeignetste Instrument, da er primär für punktförmige Quellen entwickelt wurde. Verglasungen sind ausgedehnte Quellen hoher Leuchtdichte, für die andere Indikatoren aussagekräftiger sind.
Verglasungsleuchtdichte und Norm NF EN 12464-1
Die Norm NF EN 12464-1 empfiehlt, dass die Leuchtdichte von Verglasungen im direkten Sichtfeld der Nutzer 200 cd/m² in empfindlichen Bereichen (Bildschirmarbeitsplätze, Präzisionsarbeit) nicht überschreiten sollte. In der Praxis kann eine sonnenbeschienene Verglasung eine Leuchtdichte von 10.000 bis 30.000 cd/m² aufweisen – das 50- bis 150-fache des empfohlenen Schwellenwerts.
Die Reduzierung der Verglasungsleuchtdichte ist daher die direkte technische Maßnahme zur Einhaltung der Normwerte.
DGP (Daylight Glare Probability)
Der DGP ist ein Indikator, der speziell für Sonnenlichtblendung in Gebäuden entwickelt wurde (Wienold & Christoffersen, 2006). Er drückt die Wahrscheinlichkeit aus, dass ein Nutzer durch natürliches Licht geblendet wird. Ein DGP unter 0,35 entspricht einer akzeptablen Situation (weniger als 35 % der Nutzer gestört). Zwischen 0,35 und 0,45 ist die Blendung spürbar. Über 0,45 ist sie inakzeptabel.
Der DGP wird aus der über das gesamte Gesichtsfeld integrierten Leuchtdichte berechnet und kann in Tageslicht-Simulationssoftware (Daysim, Radiance, DIVA-for-Rhino) eingebunden werden.
Verglasungsseitige Lösungen zur Blendungsreduzierung
Sonnenschutzfolie mit niedriger Innenreflexion
Die direkteste und am wenigsten invasive Lösung ist die Anbringung einer Sonnenschutzfolie auf den exponierten Verglasungen. Die Folie reduziert die Verglasungsleuchtdichte, indem sie einen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung absorbiert und reflektiert. Die vom Nutzer wahrgenommene Leuchtdichte im Innenraum sinkt entsprechend.
Für Großraumbüros werden neutrale Folien mit niedriger Innenreflexion bevorzugt: Sie begrenzen Reflexionen auf Computerbildschirmen, die durch die Folienoberfläche selbst entstehen. Eine Innenreflexion unter 10 % wird für Büroräume empfohlen, die gegenüber Arbeitsplätzen ausgerichtet sind.
Der Vorteil der Folie gegenüber Stores oder Vorhängen: Sie blockiert den Außenblick nicht vollständig (die VLT ist reduziert, aber nicht aufgehoben) und wirkt dauerhaft, ohne tägliche manuelle Bedienung.
Referenzauswahl nach Exposition
Für ein nach Osten oder Westen ausgerichtetes Großraumbüro (streifende Blendung am Morgen oder Abend) können Folien mit stärkerer Leuchtdichteabsenkung (VLT von 40–55 %) erforderlich sein. Bei nördlicher oder südlicher Exposition mit moderater Blendung können Folien mit einer VLT von 60–70 % ausreichen und einen besseren Tageslichteinfall erhalten.
Bezug zur ISO 9241-Norm
Die Norm ISO 9241-302/303 zur Ergonomie von Bildschirmarbeitsplätzen empfiehlt, Leuchtdichtekontraste im Sichtfeld des Nutzers zu begrenzen. Eine unbehandelte Verglasung im Sichtfeld kann ein Leuchtdichteverhältnis von 1:1000 zwischen der Sonnenlichtquelle und der Bildschirmoberfläche erzeugen – weit über den empfohlenen Verhältnissen (1:100 bis 1:300 gemäß ISO 9241-302/303).
Die Solar Screen Blendschutzfolie, auf die betreffenden Glasflächen aufgebracht, kann dieses Verhältnis auf normkonforme Werte zurückführen – vorausgesetzt, die geeignete Referenz wird nach Exposition und gewünschtem Restniveau der Leuchtdichte ausgewählt.
Zur Vertiefung der Analyse bietet der Artikel zur Auswahl der richtigen Sonnenschutzfolie für Büroräume eine Übersicht der am besten geeigneten Referenzen je Expositionstyp.
Für neutrale Folien mit niedriger Innenreflexion aus der Solar Screen-Kollektion konsultieren Sie die Sonnenschutz-Kollektion für Büros und Tertiärgebäude.
