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Sonnenschutzfolie auf Vorhangfassaden: technische Hinweise vor jeder Installation

Tipps für Glaser-Profis21. Juli 2026
Sonnenschutzfolie auf Vorhangfassaden: technische Hinweise vor jeder Installation

Die Anbringung einer Sonnenschutzfolie auf Vorhangfassaden von Tertiärgebäuden weist technische Besonderheiten auf, die bei klassischen Aluminium- oder Holzfensterkonstruktionen nicht vorkommen. Die Vielfalt der Konstruktionskonfigurationen – Kappenprofil-Vorhangfassade, Stabfassade, Elementfassade – und der verwendeten Verglasungstypen (Verbundglas, Einscheibensicherheitsglas, bedrucktes Glas, Glas mit integrierter Low-E-Beschichtung) erfordert eine technische Vorabanalyse, bevor eine Entscheidung über die Montage getroffen wird.

Besonderheiten der Verglasung bei Vorhangfassaden

Vorhangfassaden verwenden häufig großformatige Gläser (über 2,5 m² je Einheit) mit unterschiedlichen mechanischen und thermischen Eigenschaften. Die häufigsten Typen sind: Verbundgläser (empfindlicher gegenüber thermischen Gradienten aufgrund ihrer höheren Trägheit), Einscheibensicherheitsgläser oder ESG-Verbundgläser (erhöhte mechanische Widerstandsfähigkeit, aber anfällig für lokale Thermoschocks), Gläser mit Low-E-Beschichtung (metallische Innenschicht, die das Thermobrechungsrisiko bei zusätzlicher Folienanbringung erhöhen kann) und bedruckte Gläser (Emailmuster mit differenzieller thermischer Absorption).

Das Thermobrechungsrisiko ist der wichtigste Warnhinweis. Die Folie absorbiert einen Teil der Sonnenstrahlung und überträgt diese Energie auf das Glas. Die in das Strukturdichtmittel oder das Tragprofil eingebetteten Glaskanten bleiben kühler als die exponierte Mittelzone, was einen Temperaturgradienten erzeugt, der Rissbildung verursachen kann. Dieses Risiko ist bei großflächigen Verglasungen, bei vorhandener Low-E-Beschichtung oder bei nicht nachbearbeiteten Kantendefekten erhöht.

Eine Thermobrechungsanalyse – die die Foliencharakteristika (Absorptionsfaktor), Verglasungscharakteristika (Typ, Stärke, Behandlung), Ausrichtung und Exposition berücksichtigt – muss systematisch vor der Montage durchgeführt werden. Solar Screen bietet diese Vorabanalyse auf der Grundlage der technischen Daten der jeweiligen Bauverglasung an.

Kompatibilität mit Silikondichtungen

Vorhangfassaden verwenden strukturelle Silikondichtungen (SSG – Structural Silicone Glazing) oder periphere Abdichtungsfugen. Bei der Folienanbringung sind zwei Punkte zu beachten:

  1. Migration von Weichmachern: Bestimmte minderwertige Klebefolien enthalten Weichmacher, die mit dem Fugensilikonkitt reagieren und dessen Kohäsion beeinträchtigen oder Verfärbungen verursachen können. Die Solar Screen-Profifolien sind mit Klebstoffen formuliert, deren Kompatibilität mit den wichtigsten Silikonmassen geprüft wurde.

  2. Schnitt und Montage am Fugenrand: Die Folie muss mit einem Rückschnitt von 3 bis 5 mm gegenüber der peripheren Abdichtungsfuge angebracht werden, um die freie Ausdehnung der Folie zu ermöglichen und jeden Kontakt zwischen Klebstoff und Fuge zu vermeiden. Dieser Rückschnitt ist für die Langlebigkeit der Folie und der Abdichtung unerlässlich.

Umgang mit Maßtoleranzen und Wärmedehnung

Die Klebefolie dehnt sich bei Temperaturschwankungen aus und zieht sich zusammen. Bei großen Flächen kann dieses Phänomen sichtbar werden, wenn die vom Hersteller empfohlenen Randabstände bei der Montage nicht eingehalten werden.

Die Innenmontage (Fläche 4 bei Doppelverglasung) ist bei Vorhangfassaden vorzuziehen: Die Folie ist weniger extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt als an der Außenfläche und liefert gleichzeitig zufriedenstellende Wärmeschutzleistungen. Diese Anordnung reduziert auch das Risiko eines vorzeitigen Klebstoffabbaus.

Empfehlungen der Glashersteller

Die wichtigsten Glashersteller (Saint-Gobain, AGC, Pilkington-NSG) veröffentlichen technische Empfehlungen zur Folienanbringung in ihren Ausführungsrichtlinien. Diese Dokumente präzisieren:

  • Die Liste der kompatiblen Verglasungen und jener, bei denen die Folienanbringung nicht empfohlen wird
  • Die maximalen Absorptionsniveaus der Folie je nach Glastyp
  • Die Wartezeiten nach der Verglasungsmontage vor der Folienanbringung

Diese Empfehlungen sind vor jeder Intervention einzuholen und zu dokumentieren – insbesondere bei Projekten unter Herstellergarantie, um die vertragliche Abdeckung der Verglasung nicht zu gefährden.

Für weitere Informationen zur Installation von Sonnenschutzfolien an gewerblichen Gebäuden und zur Solar Screen-Sonnenschutzfolien-Kollektion für Tertiärgebäude besuchen Sie die dedizierte Produktseite.

Die Leistung der Folien nach Verglasungstyp wird auch im Solar Screen-Artikel zur Leistung von Sonnenschutzfolien nach Verglasungstyp detailliert behandelt.


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