Die Verbreitung des Homeoffice hat Millionen von Arbeitnehmern mit einem Problem konfrontiert, das in professionellen Bürogebäuden selten auftritt: der Gleichzeitigkeit eines Bildschirmarbeitsplatzes und eines oder mehrerer direkt der Sonne ausgesetzter Fenster in einem einzigen Raum. Die direkte Sonneneinstrahlung auf einen Arbeitsplatz erzeugt drei messbare Beeinträchtigungen: Blendung, lokale Überhitzung und Augenermüdung durch Leuchtdichtekontraste. Die Sonnenschutzfolie bietet eine technisch geeignete Antwort auf diesen Kontext – vorausgesetzt, die richtigen Eigenschaften werden gewählt, um den umgekehrten Effekt zu vermeiden: einen zu dunklen Raum, der dem Wohlbefinden und der Produktivität schadet.
Das Problem: Direkteinstrahlung und Reflexionen auf dem Bildschirm
Ein Standard-Arbeitsbildschirm (IPS- oder TN-Panel) weist eine Maximalleuchtdichte von 200 bis 350 cd/m² auf. Eine sonnenbeschienene Verglasung zeigt 10.000 bis 30.000 cd/m² – ein Leuchtdichteverhältnis von 1:100. Befindet sich diese Quelle im Sichtfeld des Nutzers – durch Reflexion auf dem Bildschirm oder als seitliche Direktsicht – erzeugt sie eine Blendung, die das Auge zu häufigen Anpassungsreaktionen zwingt und zu Augenermüdung führt.
Die instinktive Reaktion besteht darin, einen Store herabzulassen oder Vorhänge zu schließen. Diese Lösung nimmt jedoch den Tageslichteinfall und verringert die wahrgenommene Raumgröße – der sogenannte „Höhleneffekt" –, der bei längerem Aufenthalt die Produktivität und das Wohlbefinden beeinträchtigt.
Die Lösung: selektive Hochlicht-Transmissionsfolie
Eine Sonnenschutzfolie reduziert nicht alle Wellenlängen des Sonnenspektrums gleichmäßig. Sogenannte spektral selektive Folien oder neutrale Hochlicht-Transmissionsfolien sind darauf ausgelegt, bevorzugt sichtbare Wellenlängen (Licht) durchzulassen und gleichzeitig einen größeren Anteil der Infrarotstrahlung (Wärme) zu blockieren.
Das wichtigste Auswahlkriterium für den Homeoffice-Einsatz ist die Selektivität der Folie, definiert als Verhältnis zwischen sichtbarer Lichttransmission (VLT) und dem Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert):
- VLT: Idealerweise größer oder gleich 65 % für die Heimarbeit, um einen ausreichenden Tageslichteinfall ohne Kunstlicht tagsüber zu gewährleisten.
- Innenreflexion: Unter 10 % zu halten, damit die Folienoberfläche selbst keine Reflexionen auf dem Bildschirm erzeugt.
- g-Wert: Zu senken, um die Wärmeeinträge zu reduzieren, jedoch nicht unter 0,35–0,40, wenn eine hohe VLT erhalten bleiben soll.
Die ideale Selektivität für eine Homeoffice-Folie liegt bei etwa 2 bis 2,3 (VLT/g). Eine Folie mit einer VLT von 70 % und einem g-Wert von 0,35 erzielt beispielsweise eine Selektivität von 2,0 – was eine Reduzierung der Solareinträge um etwa 65 % bei gleichzeitig hellem Raum ermöglicht.
Saisonalität und Ausrichtung
Die Problematik ist im Sommer und bei West- sowie Ostausrichtung am ausgeprägtesten. Ein nach Westen ausgerichtetes Fenster fängt am späten Nachmittag Sonnenstrahlung auf – genau in den konzentriertesten Arbeitsstunden des Tages. Ein nach Osten ausgerichtetes Fenster ist morgens früh exponiert. Nord- und Südostausrichtungen bereiten für Bildschirmreflexionen weniger Schwierigkeiten, außer zu den Äquinoktien.
Die Folienanbringung ist ein dauerhafter Eingriff: Die reduzierte VLT gilt das ganze Jahr über. Für Räume mit geringem natürlichem Lichteinfall im Winter ist daher zu prüfen, ob der Restlichteinfall nach der Folienmontage mit dem winterlichen Sichtkomfort vereinbar ist.
Anbringung und Pflege
Die Sonnenschutzfolie wird auf die Innenseite der Verglasung aufgebracht. Die geringe Foliendicke (bei Solar Screen-Sonnenschutzfolien in der Regel 40 bis 50 µm) verändert das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes nicht. Sie ist mit der großen Mehrheit der Doppelverglasungen in Wohngebäuden kompatibel – vorbehaltlich einer Verträglichkeitsprüfung (Verglasungstyp, Behandlung, Abmessungen) zur Vermeidung von Thermobrechung.
Die Pflege beschränkt sich auf Reinigung mit Seifenwasser ohne Scheuermittel. Die Solar Screen-Folie beeinträchtigt nicht die Bildschärfe der Scheibe und erhält die Tiefenwahrnehmung sowie die visuelle Verbindung nach außen – was sie von Verdunkelungsstores oder opaken Folien unterscheidet.
Für die Auswahl der auf Ihre Exposition und VLT-Anforderungen abgestimmten Folienreferenz konsultieren Sie die Solar Screen-Kollektion für Wohngebäude. Für weitere Informationen zu den Auswirkungen der Sonnenstrahlung auf den visuellen Komfort am Arbeitsplatz bietet der Artikel zur Auswahl der richtigen Sonnenschutzfolie für Büroräume Auswahlkriterien für alle Arten von Arbeitsbereichen.
