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DTU 39 für Glasfassaden: Normen, Sicherheit und Ausführung

Tipps für Glaser-Profis21. Juli 2026
DTU 39 für Glasfassaden: Normen, Sicherheit und Ausführung

Die Norm NF DTU 39 „Verglasungs- und Spiegelarbeiten" bildet den technischen Referenzrahmen für die Verglasung in Frankreich. Sie gilt sowohl für Neubau als auch für Renovierung und betrifft direkt Glasfassaden. Für Folieninstallateure, Glaser, Architekten und Bauherren ist ihre Kenntnis Voraussetzung für normgerechte Ausführungen und den damit verbundenen Versicherungsschutz.

Anwendungsbereich und wichtige Ausnahmen

Die Norm NF DTU 39 ist in mehrere Teile mit unterschiedlichen Veröffentlichungsdaten gegliedert: Die Teile 1-1 und 1-2 zu Ausführung und Materialwahl wurden im März 2017 überarbeitet und stellen die derzeit gültige Fassung für diese Bereiche dar. Die Teile 4 und 5, die jeweils die Bemessungshilfe und die Sicherheitshilfe (FD DTU 39 P5) bilden, stammen aus dem Jahr 2012 und ergänzen das Normenwerk. Sie gilt für Verglasungen, die Witterungsschutz übernehmen und mit einer Neigung von mindestens 5° zur Horizontalen eingebaut werden, sowie für Innenverglasungen jeglicher Neigung und Isolierverglasungen mit Sprossen. Dieses Dokument deckt das gesamte französische Staatsgebiet einschließlich der Überseegebiete für Neubau-, Sanierungs-, Rehabilitations- und Wartungsarbeiten ab (Quelle: Batirama).

Bestimmte Konstruktionen sind jedoch ausdrücklich vom Anwendungsbereich des DTU 39 ausgeschlossen:

  • Verglasungen mit Klebefolie auf einer oder mehreren Seiten
  • Einbauten aus Einscheibensicherheitsglas
  • Gewölbte, beheizte oder aus mehr als zwei Gasschichten bestehende Isolierverglasungen
  • Hängeträgerverglasung

Dieser letzte Punkt ist für Glasprofis von direkter Bedeutung: Sobald eine Klebefolie auf einer Seite angebracht ist, fällt das Werk aus dem Anwendungsbereich des DTU 39 heraus. Die Berechnungsmethoden des Teils 3 der Norm bleiben dennoch die unverzichtbare technische Referenz zur Beurteilung der thermischen Verträglichkeit vor jeder Intervention an einer bestehenden Fassade.

Die fünf auf der Baustelle anwendbaren Teile des DTU 39

Die NF DTU 39 gliedert sich in fünf ergänzende Dokumente:

  • Teil 1-1: Technische Ausführungsvorschriften (Konstruktion, Lagerung, Abdichtung)
  • Teil 1-2: Allgemeine Materialauswahlkriterien (Glasprodukte, Dichtstoffe, Keile, Befestigungen)
  • Teil 3: Berechnungshilfe für thermische Beanspruchungen
  • Teil 4: Bemessungshilfe für Verglasungen (Klimalasten, Wind, Schnee)
  • Teil 5 (FD DTU 39 P5): Sicherheitshilfe für Bauleiter

Für Glasfassaden sind die Teile 3, 4 und 5 von besonderem technischen Interesse.

Ausführung: wesentliche Punkte aus Teil 1-1

Teil 1-1 legt die Pflichten des Fachmanns vor und während der Montage fest. Vor der Ausführung muss der Unternehmer über Angaben zu den geforderten Verglasungsleistungen, den zu erwartenden klimatischen und thermischen Beanspruchungen sowie zur Art der Rahmenkonstruktionen verfügen. Bei der Ausführung gilt: Zwischen dem Glas und einem metallischen oder mineralischen Bauteil darf kein direkter Kontakt bestehen — ein geeignetes Zwischenmaterial ist zwingend erforderlich. Abdichtungssysteme müssen bei Temperaturen oberhalb von 5 °C aufgebracht werden. Tragklötze sind obligatorisch, um das Gewicht der Verglasung auf den Rahmen zu übertragen und Kräfte zu verteilen (Quelle: Batirama).

Sicherheitsvorschriften: Teil 5

[Suggestion d'image : détail de façade vitrée avec garde-corps en verre feuilleté et systèmes de fixation conformes DTU 39]

Die Sicherheitshilfe (FD DTU 39 P5) definiert die Anforderungen für Glaswände, die dem Personenschutz dienen. Für Absturzsicherungen schreibt die Norm insbesondere die Verwendung von Verbundglas, eine Mindesthöhe von 1 Meter und eine Widerstandsfähigkeit gegen horizontale Stoßeinwirkungen gemäß den technischen Klauseln vor. In Risikozonen — öffentlich zugängliche untere Bereiche, Treppen, verglaste Brüstungen — ist der Einsatz von Verbund- oder Einscheibensicherheitsglas stets empfehlenswert.

Thermisches Bruchrisiko: die Berechnungen aus Teil 3

Teil 3 des DTU 39 liefert eine Methode zur Berechnung der thermischen Beanspruchungen, die für die Antizipation des thermischen Bruchrisikos unerlässlich ist. Dieses Phänomen tritt auf, wenn ein Temperaturunterschied zwischen zwei Bereichen einer Verglasung entsteht: in der Regel zwischen der Mitte, die der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, und den im Rahmen gehaltenen Rändern.

Bei herkömmlichem Floatglas liegt der kritische Schwellenwert bei etwa 35 bis 40 °C Temperaturdifferenz zwischen den Bereichen, abhängig von den Verglasungsmerkmalen (Quelle: DTU 39 P3 und Solar Screen Dokumentation). Verschärfende Faktoren umfassen Teilabschattung, intensive Reflexionen und abrupte Temperaturschwankungen — insbesondere die Kombination aus Innenraumklimatisierung und direkter Sonnenexposition. Der für einen thermischen Bruch charakteristische Riss beginnt senkrecht zur Glaskante.

Verträglichkeit von Sonnenschutzfolien mit Glasfassaden

Die Applikation einer Fensterfolie verändert das thermische Verhalten des Glases. Eine stark absorbierende, innenseitig aufgebrachte Folie hält einen Teil der Sonnenenergie zurück, nachdem sie die Außenwand durchdrungen hat, und erhöht damit die Temperatur der Verglasung selbst. Diese Zusatzbelastung muss nach den Methoden von Teil 3 des DTU 39 in die thermische Beanspruchungsberechnung einbezogen werden, bevor eine Folie an einer Fassade angebracht wird.

Bei Isolierverglasungen weisen metallisierte Folien mit hoher Reflektanz und geringer Absorption eine breitere Verträglichkeit mit gängigen Fassadenverglasungen auf, vorbehaltlich einer systematischen Verträglichkeitsprüfung. Das Sonnenschutzfolien-Sortiment von Solar Screen für Fassaden gibt für jede Referenz die Werte der solaren Absorption und der Lichttransmission an, die eine Beurteilung dieser Verträglichkeit in Übereinstimmung mit den Berechnungsprinzipien der NF DTU 39 P3 ermöglichen.

Zur Vertiefung der Prüfprotokolle nach Verglasungstyp erläutert der Artikel Einscheibensicherheitsglas und Fensterfolie: ein gewinnendes Duo? die technischen Kriterien je nach Glasart.


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